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Bangen um Hamed Abdel-Samad

gbs-Beirat soll in Kairo entführt worden sein (Update 26.11.: Hamed wieder frei!)

"Wir sind sehr besorgt um das Leben von Hamed Abdel-Samad", erklärte gbs-Vorstandssprecher Michael Schmidt-Salomon zu der Meldung, der bekannte Islamkritiker und gbs-Beirat sei am späten Sonntagnachmittag (24.11.) in Kairo entführt worden. "Im Unterschied zu den Ereignissen im vergangenen Juni, als Hamed nach Morddrohungen untertauchen musste, haben wir derzeit keinen Kontakt zu ihm. Wir können ihn auf keinem Weg erreichen und das ist sehr beängstigend."

Die Nachricht vom Verschwinden Hamed Abdel-Samads habe ihn in der Nacht zum Montag erreicht, sagte Schmidt-Salomon. Zunächst habe er gehofft, es handle sich nur um ein Gerücht, doch nachdem es von Abdel-Samad noch immer keine Lebenszeichen gäbe, müsse man davon ausgehen, dass ihm etwas zugestoßen sei: "Sollte Hamed wirklich entführt worden sein, hoffe ich dass er in die Hände 'gewöhnlicher Verbrecher' gelangt ist, die eine Lösegeldforderung stellen. Ich kann und will mir nicht vorstellen, was Islamisten ihm antun könnten oder bereits angetan haben... Wir appellieren an die Verantwortlichen in Ägypten und in Deutschland, alles zu tun, um Hameds Verschwinden aufzuklären und ihn aus der Gefahr, in der er sich möglicherweise befindet, zu retten."

Hamed Abdel-Samad ist seit 2011 Mitglied des Beirats der Giordano-Bruno-Stiftung. Im Mai 2013 wirkte er an der Kritischen Islamkonferenz mit, die von der gbs in Kooperation mit anderen Verbänden ins Leben gerufen wurde. Kurze Zeit später musste Abdel-Samad untertauchen, nachdem er nach einem islamkritischen Vortrag in Kairo mit dem Tod bedroht worden war.